Produkte der Schuster-Gruppe in fast jedem Haushalt sichtbar

Elke Weidner, seit mehr als 20 Jahren in der Schuster-Gruppe tätig, überprüft hier eine Brüstung, hinter der das Verdeck eines 2er-BMW-Cabrios verschwindet. Jedes Teil wird vor der Auslieferung geprüft. Foto: Peter Riecke

 

Nutzen Sie zu Hause für die Verbindung Ihres Computers zum Internet eine Fritzbox der Berliner Firma AVM? Fahren Sie einen Mercedes, einen BMW oder vielleicht gar einen Bentley? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie täglich auf ein Produkt schauen, das in Waltershausen produziert wurde. Denn im Gewerbegebiet der Kleinstadt und im Ortsteil Schwarzhausen sind drei der vier Unternehmen der Schuster-Gruppe angesiedelt, die Verblendungen von Klimaanlagen-Armaturen wie auch die von fest herstellerseitig eingebauten Autoradios und Navigationssystemen sowie die Gehäuse-Außenhaut der Router herstellt.

Dabei wird nicht einfach eine Folie mit Aussparungen für Lampen, Knöpfe und Beschriftungen auf die Bauteile geklebt. Das Verfahren läuft andersherum. In ein hochgenau gearbeitetes Werkzeug wird die Folie gelegt und dann erhitzte Plaste mit hohem Druck von hinten darauf gespritzt. Dadurch erhält zum einen das Bauteil die geforderte Form, zum anderem passt sich die Folie dem Bauteil perfekt an und ist fest damit verbunden, so dass es auch nach vielen Jahren noch gut aussieht. Das schafft man bei Schuster auch mit Folien, die wie Metall wirken und erspart dadurch umweltschonend den Einsatz von Chrom. Das Werkzeug, berichtet Diplomingenieur Olaf Thiessies, der für neue Projekte und Vertrieb verantwortlich ist, kommt dabei ganz aus der Nähe, aus der Werkzeugbau Ruhla GmbH, dem ehemaligen Werkzeugbau der Uhrenwerke Ruhla. Aus Stolz auf diese Tradition führe man den Namen so, heißt es in einem Prospekt der Firma für potenzielle Kunden aus der Automobilindustrie.

In der Gemarkung Waltershausen und in Ruhla sind es rund 400 Mitarbeiter. Neben Ruhla gehören Schuster-Kunststofftechnik, Back-Stickers und Sur-Tech dazu. Die Gruppe ist Marktführer für sogenannte IML-Teile (englisch für im Werkzeug gestaltet). Die Gruppe hat das Verfahren weiter entwickelt zu einer Art Folie mit Schaltung. Dabei wird eine glänzende und leitfähige Folie verwendet, die es ermöglicht, Sensorik in die dekorativen Elemente des Autoinnenraums einzubauen.

Die Stückkosten für elektronische Bauteile im Auto werden dadurch geringer und die Folie wird zu 100 Prozent in Deutschland gefertigt, vermerkt darüber sogar die Fachzeitschrift Kunststoffe.

Bei Sur-tech in Schwarzhausen werden zum Beispiel Ziffernblätter für Autouhren und Armbanduhren gefertigt, die für eine optimale Lichtreflexion Plastgussspritzen mit auf ein Hundertstel Millimeter genau geformten Strukturen brauchen. Mit dieser Fähigkeit ist ein Teil der Ziffernblatt-Herstellung von Asien wieder nach Deutschland gekommen.

Um auch weiter auf hohem technologischen Niveau produzieren zu können, bemüht man sich in der Schuster-Gruppe um Fachkräfte. So würden allein bei Sur-Tech stets drei Lehrlinge zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik ausgebildet, außerdem sei stets ein Student der Berufsakademie Eisenach im Unternehmen. Die Altersstruktur sei gut, unterstreicht Thiessies. Praktisch sei jede Altersgruppe vertreten. Damit das allerdings so bleibt, will das Unternehmen bekannter werden. Denn gute Leute sollen sich nicht nur bei den Namen bewerben, die ohnehin in aller Munde sind. Der Mittelstand, so meint Thiessies, das seien Champions, die aber kaum jemand kennt. Deshalb biete man jetzt sogar Führungen für Schulklassen an und wird am Berufstag an der Berufsakademie am 7. November in Eise­nach teilnehmen.

Anmeldung für Schulklassen info@sur-tech.de

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